Dies ist das persönliche Blog von Johan Prawiro. Er arbeitet als Webentwickler vorwiegend im Bereich Webstandards und Barrierefreiheit.

This is the personal blog of Johan Prawiro. He works as a webdeveloper mostly in the field of webstandards and accessibility.

Ein kleiner Nachtrag zu “Killerspielen”

Ich habe eben diesen Artikel gelesen: Bayerns Innenminister bei “Killerspielen” kontra JU und katholische Jugend.

Zunächst mal: Respekt an Herrn Stefan Müller. Er scheint sich vielleicht mal mit dem Thema auseinandergesetzt zu haben bzw. haut mal nicht in die gleiche Kerbe. Ist doch erfrischend.
Erbärmlich finde ich dagegen das Abmeiern dieses Standpunktes durch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Sollte das Zitat des Heise-Artikels denn wirklich sein Wortlaut gewesen sein, finde ich das doch schon sehr hochnäsig und arrogant.
Nun gut. Vielleicht liegt es auch zum Teil daran, dass ich meist Politiker sowieso schon hochnäsig und arrogant finde. Aber nur zum Teil. Ich lasse mich auch gern vom Gegenteil überzeugen.

Aber zurück zum Thema. Ursprung der Diskussion ist wohl, dass Karlsruher OB Heinz Fenrich die Intel Friday Night Games stattfinden lässt, anstatt sie zu verbieten. Das stösst den selbsternannten Moralwächtern (das wollen Sie einem zumindest weismachen) wohl sauer auf. Sonst gäbe es wohl die schön nach außen getragene (imho lächerliche) Forderung eines Verbots auch nicht.

Das ist doch einfach nur Wahlkampf in Reinkultur! Und sowas widert mich an. Unter dem Deckmantel, etwas “Gutes” für die Menschheit zu tun und sich damit brüsten. E-KEL-HAFT!
(Genauso ist es ja auch mit den völlig wirkungslosen Internetsperren. Gleiche Kerbe. Ihr wisst schon.)

OK. Schon wieder am Abschweifen. Ich finde ja auch, dass menschenverachtende und übermäßig brutale Spiele doof sind. Sie machen keinen Spaß und… nun. Sagen wir mal so: ich verstehe die Faszination nicht. Zusätzlich gehört sowas auch nicht in Kinderhände. Soweit bin ich ja schonmal auf Kurs. Auch ohne politische Lügen, Meinungsmache und Propaganda.
ABER: Solche spiele sind ja auch nicht für Kinder und Jugendliche freigegeben. Wenn die Kids dennoch an solche (für sie ungeeigneten) Spiele kommen und diese spielen… dann haben die Eltern doch versagt!
Da kann mir auch keiner was anderes erzählen. Kids haben erstens nicht genug Geld sich einen aktuellen PC zu leisten, auf dem diese Spiele laufen. Wer kauft also dieses Teil? Richtig. Die Eltern. Zweitens sind die Eltern dann (imho) auch dazu verpflichtet, zu gucken, was die Kids damit anstellen.

Das mal dazu. Was sind aber solche “Killerspiele”? Solche übermäßig brutalen und menschenverachtenden Spiele? Spiele, die nur das möglichst brutale Metzeln von wehrlosen Menschen für mehr Punkte zum Inhalt haben?
Sollte das etwa “Counter-Strike” sein? Oder “Unreal Tournament”? Oder sogar “World of Warcraft”? Ich glaube nicht. WoW oder auch C&C sind Echtzeit-Strategie-Spiele. Meist mit Fantasy-Szenarien oder an die Realität angelehnte Szenarien. Das ist ja sehr beliebt und auch gängige Praxis in der Spieleindustrie (Überall. Nicht nur Videospiele).
Bei Ego-Shootern hingegen kommen wir schon deutlich näher an das so schön erfundene Feindbild Killerspiele. Widersprüche: Die Gegner sind nicht wehrlos. Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen / das andere Team zu besiegen. Es gibt kein “möglichst grausames Metzeln für mehr Punkte” der Gegner. Spielinhalt ist Teamfähigkeit, sportlicher Wettbewerb.

Videospiele wie Ego-Shooter sind (wie ich schon vorher sagte) eben Teil der Jugendkultur. Wenn das nicht verstanden wird… dann können wir auch gleich zurück zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Zur Verteufelung von Rock’n'Roll oder auch den Hippies.

*ARGH*
Ich reg mich schon wieder über die Inkompetenz von Politikern auf. Über die Unwilligkeit, mal über den Tellerrand zu schauen. Über den verlogenen Wahlkampf. Über populistische Verbalkotze.

Ich hör dann jetzt mal auf. Dafür war mein Blog nämlich nicht gedacht. Aber es musste mal raus. =)

— UPDATE —
Kaum geschrieben… gleich schon das Update: Die Veranstaltung fällt aus.

Allerdings kommt Turtle Entertainment den Politikern zuvor und sagt von sich aus das Event ab.

“Wir haben den Eindruck, im Karlsruher Kommunalwahlkampf instrumentalisiert zu werden”, teilen die Veranstalter mit.

Mit dem Eindruck steht TE ja (zumindest bei mir) nicht allein da. Auch, wenn ich von Karlsruhe sehr weit entfernt bin.
Mal sehen, wie sich die ganze Sache noch entwickelt. Hoffentlich wird auch weiter darüber berichtet.

Politik ist “super”…

Demokratie ist doch eine tolle Sache. Das Volk wählt Vertreter des Volkes, die für das Volk regieren sollen. Im Interesse des Volkes natürlich. Dass diese Interessen nicht immer übereinstimmen, liegt in der Natur der Sache. Ist ja auch nicht schlimm. Die Vertreter des Volkes kriegen auch unverschämt viel Geld dafür. Wegen der Unbestechlichkeit und so. Ist ja auch noch nachvollziehbar. Genannt werden diese Vertreter des Volkes “Politiker”.
Politik ist harte Arbeit. An der “Macht” bleiben ist harte Arbeit. Hat höchste Priorität. Warum auch nicht? Wirkliche Änderungen / Verbesserungen am “System” brauchen eben Zeit.

Blöd: wenn man unbedingt an der “Macht” bleiben will, um an der “Macht” zu bleiben. Zu jedem Preis. Wenn die Interessen des Volkes nur noch als Vorwand dienen. Wenn alles gesagt wird, was das Volk hören will. Egal, ob es nun gut für das Volk ist oder nicht. Das ist ja nebensächlich. Hauptsache, man bleibt an der “Macht”.

Jetzt ist gerade wieder so eine Zeit, wo dieses Verhalten ganz deutlich wird. Diese Zeit heißt Wahlkampf. Ganz toll. Dann kann man so schöne Diskussionen verfolgen, die ganz sachlich geführt werden… so ganz objektiv. Ganz Ehrlich. Oder etwa nicht?!

OK… mal ehrlich. Meine Meinung zum Thema Wahlkampf und Aufrichtigkeit von Politikern: ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen will. (Und ich kann viel essen!)

Zum Beispiel die Forderung nach Absage der Intel Friday Night Games in Karlsruhe. Applaus an OB Heinz Fenrich, der (noch) hinter der Durchführung der Veranstaltung steht. Wohl unbeeindruckt von den allgemeinen populistischen (und imho hochgradig dämlichen) Forderung von Verboten von Killerspielen (auch so ein hochgradig dämlicher ‘Begriff’), sollte die Veranstaltung nach Absage in Stuttgart in Karlsruhe stattfinden.
Fadenscheiniger Grund: Winnenden. Dazu muss ich ja nicht mehr sagen. Sollten ja alle Bescheid wissen.
(Komisch: große Waffenmesse durfte in Stuttgart durchgeführt werden. Ein Schelm, wer… ihr wisst schon.)
Das Festhalten an der Veranstaltung wurde wohl auch vom Gemeinderat unterstützt… zumindest bis vor dem Wahlkampf. Nun wird wieder jedem nach dem Mund geredet, um Wählerstimmen einzusacken. Egal, ob das nun Sinn macht oder nicht. Hauptsache, es “zieht”. Ist Medienwirksam. Dass Videospiele Teil der Jugendkultur sind und so ziemlich auf jedem Rechner von Jugendlichen Jungs zu finden sind, ist ja egal. Hauptsache, man kann ein ganz tolles Feindbild aufbauen und die wirklichen (unangenehmen) Hintergründe unter den Teppich kehren. Die Wähler wollen schließlich nicht hören, dass es in Ihrer Verantwortung liegt und sie quasi selbst Schuld sind an dem ganzen Mist. Das wäre mit Aufwand verbunden. Und man wird auch nicht gewählt, wenn man die Wahrheit sagt.

Das Gleiche kann man auch gerade mit der (von Politikern) geforderten Internet-Zensur beobachten. Aushängeschild ist dabei die “Sperrung von Internetseiten mit kinderpornographischen Inhalten”. Da kann man ja nicht gegen sein. Das wäre moralisch hochgradig verwerflich! Deswegen wundert es ja auch nicht, dass 92% der Deutschen für so eine Sperre sind. Sind ja alles gute Bürger.
Komisch, dass es eine (Online-)Petition gegen den geplanten Gesetzesentwurf gibt, den auch schon fast 88000 Bürger unterstützen. Warum bloß?
Vielleicht, weil die Seiten trotz der Sperre weiterhin leicht erreichbar bleiben und die Server nicht abgeschaltet werden? Weil die BKA (unkontrollierbare) Sonderbefugnisse zur Zensur erhält? Die Klassifizierung der zu sperrenden Seiten undurchsichtig ist? Diese Liste der gesperrten Seiten quasi eine Anleitung für Widerlinge ist, sollte die Liste bald im Internet zu finden sein (und daran besteht ja wohl kein Zweifel!)? Oder man unter Generalverdacht gerät, ein Kinderschänder zu sein, sobald man eine Seite mit so einem geplantes Stopp-Schild sieht (natürlich werden IP und Datum des Zugriffs gespeichert!)?
Jetzt könnte man aber zumindest sagen: Wer so ein Stoppschild zu sehen bekommt, soll halt keine Kinder-Porno-Seiten aufrufen! Richtig. Problem: selbst der Gesetzgeber geht davon aus, dass auch legale Internetseiten gesperrt werden. Und nun? So ein Generalverdacht ist ne tolle Sache, was? Und wer will denn nicht in der Datenbank des BKA stehen? Als ehrlicher Bürger hat man ja nichts zu befürchten, oder? Kackwahlkampf!

Wenn das geplante Gesetz so schlimm ist… wieso sind dann 92% der Deutschen dafür? Ganz einfach. Die Prozentzahlen aus 1000 Befragten ermittelt. Und noch wichtiger: Der Ton macht die Musik.
Was würde denn der normale Bürger am Telefon antworten, wenn er gefragt wird: Sind Sie für ein Gesetz zur Sperrung kinderpornographischen Seiten im Internet oder dagegen?
Was kann man da sagen? Als Bürger, der sich mit dem Gesetz und dessen (Un)Wirksamkeit nicht auseinandergesetzt hat? Ohne Hintergründe und mit der obligatorischen “Pistole auf der Brust”… da ist die Antwort ja eindeutig. Als beauftragte Gegenmaßnahme zu der erwähnten Petition ist das ja recht Medienwirksam: 92% ALLER Deutschen dafür! Zieht doch, oder?
(Ja. Diese Umfrage wurde beauftragt von Befürwortern des Gesetzes.)

*Daumen hoch*

Ich bin überzeugt, dass man durch eine andere Fragestellung auch ein deutlich anderes Ergebnis “ermitteln” kann. Aber das wäre ja nicht zielführend gewesen.

Ich hör jetzt auch mal wieder auf. Mein Blutdruck… ;)

Mein Fazit: Hexenjagd.

— UPDATE —
Und gleich schon ein Update. Das hier habe ich eben beim Suchen gefunden. Untermauert nur meine Meinung der Populismus-Umfrage: Zeit online - Mehr als 90 Prozent gegen Sperrungen im Internet.

Zusätzlich will Karlsruhe wohl an den Intel Friday Night Games festhalten. Mehr hier: Klick!
(Hoffentlich klappt das auch so.)

Ein frohes Neues Jahr 2009!

Ich wünsche euch allen ein frohes Neues Jahr und nachträglich auch noch fröhliche Weihnachten!

Leider bin ich in den letzten Wochen mit dem Schreiben hier nicht großartig (bis überhaupt nicht) vorangekommen… Das finde ich sehr schade, aber dafür kann es nun als guter Vorsatz herhalten ;)
Trotzdem wollte ich mir es natürlich nicht nehmen lassen, hier einen Neujahrs-Eintrag zu machen!

Ich hoffe alle, die dies hier (mehr oder weniger zeitnah) lesen, sind gut reingerutscht. Alles Gute für ein erfolgreiches/glückliches/spannendes/aufregendes Jahr 2009!

Bis bald! =)

Dr. Horrible Soundtrack

Whooohooo!

Ab heute gibt es den “Dr. Horrible’s Sing-Along Blog (Soundtrack from the Motion Picture)” (iTunes-Link!) zu kaufen! Zwar bislang nur online… dafür aber auch in Deutschland bzw. nicht nur in den USA.

Und ja: ich konnte einfach nicht widerstehen. Ich habs mir natürlich gekauft. Es sind (imho) ja auch ein paar richtige Ohrwürmer dabei. Lustige Ohrwürmer. Die DVD (wenn sie denn endlich kommt und man sie auch hier kaufen kann) steht natürlich auch ganz oben auf meiner Wunschliste!
Achja. Tonqualität ist (sofern ich das schon beurteilen kann) sehr gut. Zumindest kein Rauschen oder störende Soundeffekte (leider sind auch die guten Soundeffekte raus wie z.B. die vom Death-Ray in ‘Slipping’).

Nun gut. Genug davon.

UPDATE: naja… noch nicht ganz genug. “Lyrics and liner notes” sind nun auch online. =)

PC Spiel “FlatOut Ultimate Carnage”

Endlich ist es da! “FlatOut Ultimate Carnage“. Nach langen Verspätungen gibt es das Spiel nun zu kaufen. Als “FlatOut 2“-Fan musste ich das neue Spiel natürlich sofort haben… auch, wenn es im Prinzip nur eine aufpolierte Version* von FO2 ist. Die neuen Spielmodi, sehr viel bessere Grafik und “GfW Live!”-Achievements und ein paar weitere Verbesserungen lohnen sich trotzdem. Das ist natürlich nur meine Meinung. ;)
Leider gibt es auch Abstriche… z.B. keine Möglichkeit mehr, im LAN zu spielen. Das finde ich persönlich sehr Schade, denn es ist einfach der größte Spaß, gegen andere Spieler zu fahren!
Zusätzlich ist für das letzte Bisschen Spielgenuss ist diesmal ein Account bei “GfW Live!” nötig. Darüber werden die Achievements gespeichert und man kann erst damit online in den Mehrspielermodus. Die Registrierung / Erstellung eines Accounts war nicht so ganz einfach und dürfte ein paar Nerven kosten. Aber egal. Das es ist mir Wert! =)

Die deutsche Version ist wie immer ein wenig… anders. Crash-Test-Dummies als Fahrer für die Alters-Einstufung. Ansonsten sollte alles weitere gleich sein: Arcade-mäßiges fahren, spannende Rennen, viel verbogenes (virtuelles) Blech.
Komischerweise ist die englische Version billiger als die normale deutsche Version. Warum auch immer… aber bei 26 Euro frage ich nicht lange nach. Das ist für ein (fast) nagelneues Spiel ein sehr guter Kurs.
Guckt einfach mal bei eurem Spieleversender eures Vertrauens…

Von mir gibt es für das Spiel folgende Bewertung: zwei Daumen hoch!

Und bevor ich es vergesse: die Anforderungen an den Rechner sind schon relativ hoch, wenn man die volle Grafikpracht sehen möchte (es lohnt!). Ansonsten läuft FOUC aber auch recht gut auf Mittelklasse-Rechnern.

* FlatOut 2 war recht erfolgreich auf dem PC. Daher gab es eine Portierung auf Konsole (XBOX360) mit besserer Grafik und ein paar Erweiterungen der Spielmodi. Und diese Portierung kommt nun ein Jahr später wieder auf den PC zurück.

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